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Foto Foto Foto...

In der Freizeit zu fotografieren, wurde von mir ausgiebig genutzt und da mußte natürlich auch das Brandenburger Tor als Hintergrund herhalten. Damals gab es noch keinen Hinterlandszaun. Es sah aus, als könne man gemütlich in den Tiergarten nach Westberlin spazieren. Aber wie gesagt,...es sah nur so aus...


Heute, 2007, kann ich dort hin und her spazieren, soviel ich nur will!

.Stresemannstraße
...und fast jeden Tag laufe oder fahre ich von Ost nach West, von West nach Ost!
Das Fotolabor der Kompanie war ein ehemaliger Waschraum.
Es gab 3 Sorten Fotopapier. 2 Sorten Entwickler (R 09 und Hydrochinon) Farbfotos gab es damals auch schon, aber sehr grobkörnig und wenig haltbar. Meißtens wurden neben profanen schwarz-weiss Aufnahmen nur einige wenige Farbias gemacht.

Fotografie war in der DDR Grenzarmee ein Propagandainstrument. Meine Aufgabe war Fotos für "Die Straße der Besten"  zu fotografieren. Also, wer die meißten Ringe beim Schießen geschossen hatte, wer das sauberste Innen- und Außenrevier hatte und wer einen Orden bekommen hatte. Orden gab es wenige damals. Die höchste Auszeichnung in meiner Einheit war "Fotografieren vor der Truppenfahne" Das war beliebt, das war billig, das war fast schnell gemacht. Nur, um an die Fahne ran zu kommen, mußten zig Formulare ausgefüllt werden. Dann wurde die Truppenfahne im Stab geholt. Zwei Soldaten wurden dazu extra abkommandiert, damit dem "Guten Stück" nichts passierte. Irgendwann hatte ich die Faxen voll. Ich habe die Truppenfahne fotografiert und mehrere Negative gemacht. Die nächsten Soldaten, die dazu auserkoren waren, hab ich einfach vor einer grauen Wand fotografiert und sie mit einer Schablone in das Truppenfahnennegativ kopiert. Das alles ohne Photoshop, das gab es damals noh nicht.
Die traditionelle Unterwäsche in der NVA war rahmweiß und lang. Sommer wie Winter. Kratzte ein bissel das Zeug. So nach drei, vier mal Waschen wurde es weicher.....und auch schneller schmutzig. Wenn man sich mit diesen komischen Unterklamotten bei einem Mädchen auszog, hat man sich ganz schön geschämt. Abhilfe war da, man hat sich die Unterhose zusammen mit der Militärhose ausgezogen. Das Unterhemd und die Uniformjacke wurde auch gleichzeitig ausgezogen. Kein Witz, das ausziehen haben wir in unserer Unterkunft geübt. 
Supertoll fand ich damals die Praktika aus Dresden mit einem 800mm Teleobjektiv. Problem - fast alle Aufnahmen waren verwackelt, weil man das Ungetüm auch mit der raffinierten Schulterstütze wenig ruhig halten konnte. Mit einem 27 DIN Film, voller Brennweite und maximal ein 100dertstel Verschlusszeit ging es einigermassen. Auf die Idee, ein Stativ mit einem Drahtauslöser zu nutzen, sind wier nicht gekommen. Weil, wir hatten kein Stativ! Und so richtig Ahnung vin Fotogrefieren hatten wir auch nicht. Schön war trotzdem, unsere Vorgesetzten hatten gedacht, wir wären Profis. Das, unsere Unkenntnis zu kaschieren, war einfach. Wir haben zig Fotos mit mehreren Brennweiten und Verschlußzeiten gemacht. Eins davon war prima!
Dieses Foto entstand von unbekannten Bürgern in der Nähe der Dresdner Straße. Ein Familie fuhr hier an den Hinterlandszaun und hat versucht ein bissel Mauer zu fotografieren. Dabei wurden diese Leute geschnappt und der Film landete im Fotoarchiv des Stabes. Ich hab es gemaust.
Dieses Foto muss um den 13. August 1961 entstanden sein und wurde vom Brandenburger Tor aufgenommen. Panzer der US Armee im Tierpark. Hab das Negativ verschwinden lassen und suche es in meinem Archiv schon seit Jahren. Ein wohl verjährter Diebstahl!
Ein Schnäppchen war dieses Negativ. Walter Ulbricht, leger im weissen Schal schiebt auf einem Schiff Spielscheibchen hin und her. Das Negativ habe ich leider nicht mehr. Meine Mutter hat es in den Ofen geworfen. Interessant ist, nach heutigem Recht gehört das Foto dem Fotografen, der das Foto geschossen hat. Ich nehme mal an, es war ein Fotograf, der das Foto im Staatsauftrag geschossen hat. Der Nachfolger dieser Staatsaufträge ist somit die Bundesrepublik Deutschland. Wäre interessant das raus zu bekomman. Wann war das? Wer hat es fotografiert?
Auch ein Grenzsoldat muss sich mal die Schuhe zu binden. Das einzige elegante an unserer Ausgangsuniform waren die schwarzen Socken. Vorschrift war aber damals dunkelgrau. Da wurden eben die schwarzen Socken unterwegs angezogen.

"Gernzsoldat"

Ab März 2007 inm Ronald Hande Verlag!

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